Posts Tagged ‘Daniel Barenboim’

Staatskapelle goes Denmark!

März 11, 2010

Die Staatskapelle Berlin spielt am 29. Juni 2010 ein Konzert in Randers (Dänemark) mit folgendem Programm:

Joseph Haydn | Sinfonie Nr. 44 in e-Moll
Frédéric Chopin | Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 | Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21

Der Solist des Konzertes wird Daniel Barenboim, die musikalische Leitung übernimmt der lettische Dirigent Andris Nelsons.

Randers ist Dänemarks fünftgrößte Stadt und liegt im Zentrum Jütlands. Das Kulturzentrum „Vaerket“ wurde vor ca. 20 Jahren gegründet und entstand in den historischen Gebäuden eines ehemaligen Kraftwerks. Heute gehört es zu den führenden Kulturinstitutionen in Dänemark und präsentiert in seinen vielfältigen Räumlichkeiten mehr als 400 Veranstaltungen und Konzerte pro Jahr mit hochrangigen Ensembles und Künstlern wie dem Bolschoi Ballet, José Carreras, Dame Kiri Te Kanawa und erst kürzlich den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Lorin Maazel.

Mehr Informationen und Tickets unter: http://www.vaerket.dk.

Kritik aus Frankreich

Februar 12, 2010

Hier können Sie (auf französisch) lesen, wie sich Paris auf die Staatskapelle und Daniel Barenboim vorbereitet und was Le Monde und Le Figaro zu den Konzerten in Paris schreiben:

Ankündigung, Le Figaro

Kritik Konzert 05.02.2010, Le Monde

Kritik Konzert 06.02.2010, Le Figaro

Nachschlag London

Februar 11, 2010

Über kaum etwas freut man sich so sehr wie über das Lob eines geschätzten Kollegen! Hier der Text einer SMS von Simon Carrington, dem Solo-Pauker des London Philharmonic Orchestra, der unser Konzert am 31. Januar besucht hatte: „It was a privilege to hear this great orchestra and to see and hear Maestro Barenboim. He played Beethoven’s First Piano Concerto with not only a gorgeous touch but also with endearing humility, treating the orchestra as he chamber music colleagues and frequently playing the role of an accompanist to the orchestra’s soloist in between his wonderful solo passagework. In Pelleas and Melisande there was, despite Schoenberg’s rich orchestration a consistently lucid and warm sound with every individual voice being heard as and when it needed to be. A truly great concert. Thank you!“

Danke, Simon!

Spanien über Paris

Februar 10, 2010

Auch in Spanien wird von den Konzerten in Paris berichtet…

Lesen sie den Artikel hier

Abschied

Februar 8, 2010

Die Abreise steht kurz bevor: Nur noch dieses letzte Konzert im Salle Pleyel in Paris.

Gestern hatten wir Beethovens Klavierkonzerte Nr. 2 und 3 auf dem Programm. Zwei der „Brüder“ (Mutmaßung im Artikel Birmingham) hatten an diesem Abend um die Wette gespielt. Einen Sieger gab es mal wieder nicht. Sie haben beide wirklich phantastisch gespielt. Der dritte Bruder hat dann Schönbergs Variationen dirigiert. Selbstverständlich auswendig! Und die Franzosen? Haben getobt!

Am letzten Abend geht es meist drunter und drüber. Diesmal musste es aber am vorletzten Tag sein, da heute das Konzert schon um 16 Uhr stattfand, weil wir anschließend mit den Bussen zum Flughafen gebracht werden sollten, um gen Heimat zu fliegen. Kollegen trafen sich noch entweder im Restaurant, an der Bar im Hotel oder gaben eine Zimmerparty.

Zwischen Anspielprobe und Konzert hatte heute der Boss die Kapelle zu einem Buffet eingeladen. Diese großzügige Geste kennen wir von ihm bereits von anderen Reisen, und wenn mehr Zeit zur Verfügung steht als heute geht es dann sogar häufig in ein landestypisches Restaurant. Und das bei ca. 120 Personen!!

Bis auf die „Umkleidemöglichkeit“ im Salle Pleyel, war die Reise im Großen und Ganzen wirklich sehr schön. Zwei wundervolle Städte, die auch kein arktisches Klima wie unsere Heimatstadt aufwiesen. Die Reise hatte auch diesmal eine angenehme Länge. Nicht zu lang und doch lange genug, um was von der Stadt und der Kultur mitzubekommen.

Wir bedanken uns für die rege Anteilnahme unserer Leser, die uns immer wieder nette Kommentare geschrieben haben, um uns zu zeigen, daß wir nicht umsonst unsere Begeisterung in (fast) tägliche Berichte verfassten!

Hier sehen Sie alle Bilder aus Paris!

Heimliche Helden

Februar 6, 2010

Eigentlich müssten die „heimlichen Helden“ dieser Reise, um die es hier heute gehen soll, über sich selbst schreiben, damit wir ein auch nur annähernd vollständiges Bild von dem bekommen könnten, was sie tagtäglich hier leisten – aber dazu sind zu bescheiden und vor allem: viel zu beschäftigt! Ein großer Teil ihrer Arbeit spielt sich dann ab, wenn die Musiker noch lange nicht oder schon längst nicht mehr im Konzertsaal sind:
Sie sorgen dafür, dass vom Klarinettenständer bis zur Tuba, vom Basshocker bis zur Frackweste, vom Dirigierstab bis zu den Noten alles dabei ist – egal ob in London, Paris oder wo immer auch sonst die Staatskapelle gerade spielt. Allerdings ist dabei sein in diesem Fall noch lange nicht alles: Stets auffindbar am richtigen Platz muss es sein, denn sonst entsteht sofort ein heilloses Chaos.
Sie richten die Bühne ein und wissen immer auf den Zentimeter genau, wo welcher Stuhl und welcher Notenständer stehen muss. Sie sorgen dafür, dass der richtige Flügel zur richtigen Zeit in der richtigen Stimmung am richtigen Ort steht. Sie verwandeln den Orchesteraufbau in Minutenschnelle vom klein besetzten Beethoven-Konzert in Schönbergs Pelléas mit über 120 Mitwirkenden auf der Bühne. Sie zaubern sämtliche Noten auf das richtige Pult und sind nach dem letzten Ton sofort wieder zur Stelle, um die Bühne für den nächsten „Gebrauch“ wieder zu verwandeln oder zu räumen. Während der Probe oder des Konzerts entwerfen und schreiben sie Dienst-, Transport- und Tagespläne, damit auch am folgenden Tag alles reibungslos läuft. Spät in der Nacht packen sie Hab und Gut in riesige Kisten und stellen sicher, dass die Transporter vollständig und richtig beladen werden, damit alles rechtzeitig und wohlbehalten am nächsten Konzertort ankommt.

Und so ganz nebenbei haben sie immer ein offenes Ohr für alle Sorgen, Nöte und Bitten, und das zu jeder erdenklichen Uhrzeit.

Dafür ein riesiges DANKESCHÖN an Thomas Küchler, Uwe Timptner, Michael Frohloff und Nicolas van Heems!

Alle Bilder der heimlichen Helden in Aktion finden Sie hier!

6. Februar – Rückblick auf London: Presseschau (Teil II)

Februar 6, 2010

Nachdem gestern Abend bereits das erste von drei Konzerten im Salle Pleyel in Paris stattgefunden hat, blicken wir noch einmal zurück nach London mit einer kleinen Auswahl der dort erschienenen Kritiken:

http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/classical/reviews/staatskapelle-berlin-barenboim-royal-festival-hall-london-1888208.html

http://www.guardian.co.uk/music/2010/feb/03/berlin-staatskapelle-barenboim-review

http://www.telegraph.co.uk/culture/music/classicalconcertreviews/7147117/Daniel-Barenboim-and-the-Berlin-Staatskapelle-on-Tuesday-night-review.html

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/music/live_reviews/article7013864.ece

4. Februar – Sturm auf die Bastille

Februar 4, 2010

Der erste freie Tag – das verführt im vorfrühlingshaften Paris zum Bummel durch Marais mit seinen kleinen Boutiquen und vorzüglichen Restaurants. Nach der tarte tatin klingelt das Handy: Es ist Phillippe Jordan, mit dem die Staatskapelle eine sehr freundschaftliche Beziehung hat, seit er als Assistent von Daniel Barenboim Ende der 90er Jahre nicht nur annähernd das gesamte Repertoire dirigiert, sondern auch viel Kammermusik mit uns Kollegen gemacht hat. Wir hatten uns locker verabredet, schnell bin ich an der Bastille-Oper und  komme unerwartet in den Genuss einer exklusiven Opernführung durch den frischgebackenen Generalmusikdirektor. Er zeigt mir das gigantische Haus, das über 2700 Zuschauern Platz bietet, allein vier Seiten- und eine 1:1 Hinterbühne auf Hauptbühnenniveau hat, darunter noch einmal ebenso viel Platz bietet und auf eine Gesamtfläche 160000 Quadratmetern kommt!! Die Staatsoper mit ihrer nostalgisch-musealen Technik wirkt vor den Dimensionen des Ende der 80er Jahre eröffneten Hauses wie die Gorch Fock im Vergleich zu einem atomgetriebenen Flugzeugträger.

Mit keinem geringeren Werk als Wagners „Ring“ wird Jordan hier seinen Einstand geben, trotzdem hat der vielbeschäftigte Dirigent noch Zeit für einen ausgiebigen Plausch in seinem Büro – bei Sonnenuntergang mit grandiosem Blick über Paris. Morgen wird er in unser Konzert kommen, vielleicht gibt es danach noch Gelegenheit, mit ihm auf die „alten Zeiten“ anzustoßen: Phillippe war an der Staatsoper so beliebt, dass damals die gesamte Belegschaft zu seiner Abschiedsfeier ein selbstgemachtes kaltes Buffet zusammentrug. Und vermutlich ist es nicht ganz auszuschließen, dass auch für unseren „Principal Guest Conductor a.D.“ gilt: „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ …

Alle Bilder aus Paris finden Sie auch hier

2. Februar – Kammermusik im grossen Rahmen

Februar 2, 2010

Fragen Sie einen Musiker, welche Art von Musik er am liebsten spielt, so ist die Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit: Kammermusik. Es ist der direkte Kontakt mit den Mitspielern, die unmittelbare Gestaltungsmöglichkeit, die Eigenverantwortlichkeit, die mögliche Spontaneität, der Dialog, der gemeinsam etwas Großes entstehen lässt. Gute Gründe, die Kammermusik als die am meisten lohnende Musizierweise erscheinen zu lassen. Auch Beethovens Klavierkonzerte kann man in ihrer Anlage als Kammermusik im besten Sinne verstehen: Die Stimmen sind zwischen Solist und Orchesterinstrumenten so eng verwoben, dass sie über weite Strecken als lebendiger Dialog (mit einem „Meinungsführer“ allerdings) erscheinen. Sie ohne Dirigent zu spielen, verstärkt diesen Charakter. Zur Kammermusik gehört Vertrautheit und Vertrauen. Nicht nur zum Stück, sondern auch zwischen den Mitwirkenden, den Partnern. Wenn sich im Konzert der Zustand der Einheit in Ausdruck, Klang und spontanen Ideen einstellt, kann man sich als Musiker nichts Schöneres wünschen. Die Aufführung des 4. Klavierkonzertes in London war ein solcher Moment, der begeisterte Musiker und ein frenetisches Publikum hinterließ.

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1. Februar – Kontaktaufnahme mit dem Publikum

Februar 2, 2010

Eigentlich schade, man spielt vor tausenden von Leuten in unterschiedlichsten Städten und hat doch selten direkten Kontakt mit dem Publikum. Abhilfe können Pre-oder Post-Concert-Lectures mit Gästen schaffen: Eine Art Einführungsvortrag mit Insiderinformationen und besonderen Gästen. In Amerika haben wir teilweise vor mehreren Hundert Zuschauern gesessen, hier in London war es heute eine eher kleine aber feine Runde von vielleicht 80 Zuschauern, die nach dem Konzert noch ins Foyer kamen, wo eine kleine „Talkshow“ mit Staatskapellenmusikern angekündigt war. Nach dem sensationellen vierten Klavierkonzert (selten habe ich solch spontane stehende Ovationen erlebt!) gilt es nun, umzuschalten und sich auf die Vermeidung von Germanisms zu konzentrieren. Im Gegensatz zu meinem Chef, der mühelos von einer zur anderen Sprache wechseln kann (und derer mindestens sechs virtuos beherrscht), dauert es bei mir immer eine Weile, bis ich im Englischen wieder zuhause bin. Doch dank meiner Mitstreiter entwickelt sich schnell ein nettes Gespräch – die Moderatorin macht ihre Sache ganz prima, und Fabian kann nicht nur fantastisch Oboe spielen, sondern ist stets auch ein guter Partner bei Gesprächen. Neben Fragen zu Geschichte und Arbeitsalltag („wie viel haben Sie für den Schönberg heute probiert?“) wird man sehr oft auf den besonderen Klang der Staatskapelle angesprochen. Ein schwer zu konkretisierendes Phänomen, das nur zum Teil damit erklärbar ist, dass viele Kollegen selbst Schüler von Staatskapellenmusikern waren und jetzt wiederum die Spieltradition an die Akademisten weitergeben. Obwohl mit Fabian ein lebendes Beispiel hierfür auf dem Podium sitzt, sind wir uns einig, dass auch Dinge wie gemeinsame Klangvorstellung oder Ideen vom musikalischen Miteinander vor allem vom Chefdirigenten gefördert werden müssen. Mit seinem sehr zitier-tauglichen Bild vom wertvollen antiken Möbel, das man sehr behutsam aufarbeiten muss, trifft da Daniel Barenboim ziemlich ins Schwarze. Auch die Altersstruktur des Publikums ist Gegenstand der Diskussion: Offenkundig hat man sich in London zu diesem Thema schon recht früh Gedanken gemacht und sie so in die Tat umgesetzt, dass wir hier ein erfreulich durchmischtes Publikum aller Altersgruppen haben. Da gibt es in Berlin noch Nachholbedarf, wie man übereinstimmend feststellt. Wie ist der Zugang der Orchestermusiker zu Schönberg, jenem Erfinder der Zwölftonmusik, der selbst davon ausging, dass seine Melodien Ende des 20.Jahrhunderts auf der Straße wie Gassenhauer gepfiffen werden? Wird in Berlin viel neue Musik gespielt? Was ist der Vorteil eines gleichermaßen in Sinfonik wie in Oper beheimateten Orchesters? Wann wurde der Musikkindergarten gegründet und was wird dort gemacht? Zu vielen Punkten könnte man stundenlang erzählen, und die 20 Minuten vergehen wie im Fluge. Ein paar nette Fragesteller belagern uns noch kurz mit Fachlichem, dann geht´s zurück ins Hotel. Moment mal, was habe ich da eben gesummt? Die heute von der Solobratschistin so wunderbar zart gespielte Melodie aus dem zweiten der „fünf Stücke“? Da hat Schönberg am Ende wohl doch recht behalten….

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