Posts Tagged ‘Berlin’

Haydn, Schnittke, Strauss!

April 19, 2010

In Vorbereitung auf das vorletzte Abokonzert gibt es hier die Solistin Julia Deyneka und den Dirigent Andris Nelsons im Portrait:


Zum Portrait Julia Deyneka


Zum Portait Andris Nelsons


Programm 7. Abo-Konzert:

JOSEPH HAYDN
Sinfonie Nr. 44 e-Moll Hob. I:44 »Trauersinfonie«

ALFRED SCHNITTKE
Violakonzert

RICHARD STRAUSS
»Also sprach Zarathustra«

29.-30.1. Birmingham

Januar 30, 2010

29. Januar

Man ist einerseits aufgeputscht und doch irgendwie gerädert nach so einem Konzert – auch wenn man das nicht so wahrnimmt. Ich bin völlig ausgehungert. Also mache ich mich mit meinen 11 Kollegen auf den Weg  in einen japanischen Nudelladen, unweit unseres Hotels.

Als wir die Rechnung von 203 Pfund bekommen, rechnet sich jeder seinen Teil aus und legt das Geld in eine Schale in der Mitte des Tisches. Diesmal fehlen ganze 10 Pfund. Es ist wie verhext so etwas! Dabei ist es eine ganz einfache Rechnung:

200 Pfund : 11 Kollegen = ca. 19 Pfund. Jeder legt 20 Pfund hin und es fehlen…? 10 Pfund…”normal”, denke ich inzwischen.

Ich denke an den „Boss“… und bin immer wieder erstaunt und begeistert von ihm. Daniel Barenboim ist ständig in Bewegung. Hat dies und das um die Ohren. Ich frage mich, wann er mal die Möglichkeit findet sich auszuruhen, geschweige denn zu üben. Er hat mal wieder grandios gespielt. Inzwischen bin ich mir sicher: Er muss einen oder mehrere Doppelgänger haben. Die teilen sich doch den Job! Einer spielt Klavier, der andere dirigiert und der dritte?…ruht sich aus…

30. Januar

… Der zweite Tag.

Heute heißt es, zumindest für mich, ausschlafen und spät frühstücken. Also mache ich mich, da ich das Frühstück im Hotel verpasst habe, um 12:15 auf den Weg in ein sogenanntes Feinschmecker-Franchise-Restaurant: „Subways“. Ich bestelle mir einen richtig dicken Sandwich.

Um 13:30 geht es nach Birmingham. Auf dem Programm stehen Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Beethovens 5. Klavierkonzert. Das letzte Mal war die Kapelle, so glaube ich, 2004 in Birmingham. Ein grandioser Saal, der 1991 von der Queen eingeweiht wurde, mit Platz für 2262 Menschen. Das Innenleben des Saales soll nach einem Modell vom Wiener Musikverein und dem Concertgebouw in Amsterdam entworfen sein.

Bevor ich aber einen der drei Busse, die vor dem Hotel warten, besteige, sehe ich in der Lobby einen Aushang von einem Kollegen, der heute ab 22°° Uhr alle Mitgereisten herzlich zu seiner 50. Geburtstagsfeier einlädt. Toll, denk ich mir. Hat er sich fein ausdacht, wo doch fast alle Kollegen sich zu dieser Zeit auf einer dreistündigen  Busfahrt von Birmingham zurück nach London befinden.

Mein Kollege vom Schlagzeug, der heute frei hat und in London bleibt, meinte nur:

Tja, Augen auf bei der Berufswahl!

Hier gibt es die Bilder zum Artikel!

28. Januar – Reisetag Berlin-London

Januar 28, 2010

0.30 Uhr irgendwo in Berlin

Bin gerade mit dem Packen meines Koffers fertig geworden. Und immer wieder die gleiche Frage – habe ich alles??

Konzertfrack und Paukenschlegel sind ja mit dem Instrumententransport per LKW unterwegs. Aber die kleinen Dinge fürs tägliche Leben, dazu Bürokram wie Dienst- und Hochschulplanung, Konzert- und Aushilfsplanung, Noten zum Studieren und immer die Ungewissheit über das zu erwartende Wetter. Bei diesem Wort fällt mein Blick aus dem Fenster – Schneetreiben und -10 Grad. Hoffentlich fahren die Flughafenbusse! Dann doch lieber eine halbe Stunde eher los.

11.00 Uhr Flughafen Tegel

Fahrt ging besser als erwartet, nur beim Check In erfahren wir, dass unser Flug 45 Minuten verspätet abfliegt. Also erst mal einen Kaffee und Gespräche mit Kollegen über die  Afghanistan-Konferenz und die ausgesprochene Terror-Warnung. Mit einem unsicheren Gefühl geht es dann 75 Minuten verspätet los. Gut, dass wir heute keine Probe mehr haben, da der Instrumententransport erst gegen 23 Uhr in London ankommt.


Abflug 14.00 Uhr

Bei der Staatskapelle reist der Chef noch mit seinen Angestellten: Daniel Barenboim sitzt mitten unter seinen 100 Musikern in der Holzklasse. Immer wieder eine Chance, kleine Fragen loszuwerden.

16.00 Uhr im Hotel

Auf der 30 minütigen Busfahrt vom Flughafen in die City muss ich an ein Gastspiel 1988 in London denken. Damals wurde bei den Tourneen gelegentlich am falschen Ende gespart und manche Kollegen hatten neben den winzigen Zimmern, in denen gerade noch ein Koffer Platz hatte, noch mit kleinen, grauen Mitbewohnern zu kämpfen. Seit dieser Zeit macht das Wort vom „Mäusehotel“ die Runde. Das bleibt uns heute aber erspart und ich bin über mein ruhiges Zimmer im Park Plaza Hotel sehr glücklich.

Sehen Sie hier alle Bilder vom Reisetag Berlin-London

Wie, bitte, geht’s nach England?

Januar 26, 2010

Eine Konzertreise nach London und Paris, das klingt wunderbar: Zwei Kulturmetropolen, die man gar nicht oft genug besuchen kann, auf kurzem Wege und unkompliziert zu erreichen. Stimmt alles, aber leider nicht für jede/n…
Routinemäßig stellt sich bei der Vorbereitung eines Gastspiels im Ausland immer die Frage, welche Einreisebestimmungen zu beachten sind. Nach der erst wenige Monate zurückliegenden USA-Tournee fühlten wir vom Organisationsteam uns allen diesbezüglichen Herausforderungen locker gewachsen. Aber weit gefehlt! Im Falle Großbritanniens beginnen die Schwierigkeiten nämlich nicht erst bei dem Versuch, die unzähligen Vorschriften zu erfüllen, sondern bereits bei der Frage, welche Vorschriften es überhaupt gibt…
Sie glauben, bei der Britischen Botschaft sollte man das wissen? Vielleicht weiß man es dort ja, aber verraten tut man es jedenfalls nicht. Noch bevor man die Chance bekommt, mit irgendeinem „echten“ Menschen zu sprechen, teilt eine Automatenstimme freundlich aber unmissverständlich mit, dass sämtliche Fragen zu Visumsangelegenheiten direkt und ausschließlich mit einer Firma namens „Worldbridge“ zu klären seien.
„Prima“, denken wir, „dann fragen wir eben Worldbridge!“ Die freundliche Automatenstimme nennt auch gleich eine Telefonnummer, unter der man das tun kann. Allerdings bitte nur mit gezückter Kreditkarte und gegen 14 Dollar pro Anruf. Dollar?!? Wir versichern uns kurz, dass wir nicht versehentlich bei der US-Botschaft angerufen haben, und beschließen dann, unabhängig von irgendeiner Währung erst noch einen kostenfreien Versuch im Internet zu starten.
Unter http://www.visainfoservices.com lesen wir, dass die Firma Worldbridge zwar für alles zuständig sei, man von ihren Mitarbeitern aber keinesfalls Informationen darüber erwarten dürfe, was für ein Visum man beantragen und wie man dieses ausfüllen sollte. Gut, dass wir uns die 14 Dollar für einen Anruf gespart hatten… Immerhin finden wir auf der Seite auch eine ausführliche Anleitung, wie und wo man sich beschweren kann, wenn man mit der angebotenen Dienstleistung nicht zufrieden ist, wird allerdings auch gleich um Verständnis dafür gebeten, dass eine Beschwerde nur dann zu Kenntnis genommen oder gar bearbeitet werden kann, wenn sie auf Englisch verfasst wurde.
Inzwischen wissen wir viel, was wir vorher nicht wussten, aber leider noch nichts zu unseren eigentlichen Fragen: Wer braucht ein Visum für England? Und was für ein Visum muss man beantragen, wenn man ein solches braucht?
Fortsetzung folgt…

Daniel Barenboim about the program

Januar 26, 2010

One might ask why Beethoven and Schönberg should be performed on the same program. Both produced great masterpieces; Beethoven’s works have enriched the lives of millions of people for the last 200 years and Schönberg is well on his way to becoming one of the most accepted 20th century composers. Yet their significance goes beyond even the quality of the masterpieces they bequeathed us: both Beethoven and Schönberg are veritable structural pillars in the historical development of music. Only a handful of composers in the history of classical music have had the capacity to summarize and even culminate the development of an entire era of composition, while at the same time pointing the way toward a radically different new paradigm or style, and Beethoven and Schönberg are undoubtedly among these few.


(c) Sheila Rock

Beethoven’s early period is characterized by the development of the existing idioms of Haydn and Mozart, just as Schönberg’s first period is marked by his two greatest influences, the unlikely bedfellows Brahms and Wagner. In Schönberg’s time, Brahms and Wagner had been considered antipodes with few followers in common, but Schönberg ingeniously married Brahms’s structural complexity and Wagner’s harmonic language in his early hyper-romantic works. The middle periods of both Beethoven and Schönberg reveal their own distinctive style, now independent of earlier influences. Beethoven’s middle period takes him into greater clarity and dramatic expression; Schönberg’s ambiguity gradually grows into the twelve-tone system.

Perhaps most fascinating are the late periods: Beethoven’s movement toward ever further disconnection and disintegration, and Schönberg’s “emancipation of the dissonance” in which he establishes the equality of all twelve tones. Beethoven in his late years arrived at extremes of expression; in the piano sonatas these are manifested quite literally by stretching the voices to opposite ends of the keyboard. One could say that he reached a philosophy of discomfort. Beethoven and Schönberg were both concerned with the transformation of musical material, as in Beethoven’s Diabelli Variations (originally Veränderungen, transformations) or in Schönberg’s Variations for Orchestra.

The radical changes in these late periods were to have lasting, irrevocable consequences for the future of composition, and this is what makes their absolute value different from other composers. A composer like Mendelssohn left us no shortage of masterpieces, but his contribution to music did not alter the course of events in any way. Beethoven and Schönberg, on the other hand, have left audible fingerprints on the scores of all their successors, and will most likely continue to do so for as long as music is being written.

London, Birmingham, Paris…

Januar 22, 2010

Am 29. Januar starten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin ihre Tournee, die sie nach London, Birmingham und Paris führen wird. Wie es hinter den Kulissen der Royal Festival Hall, der Symphony Hall oder des Salle Pleyel aussieht, was zwischen den Konzerten und während der Proben geschieht und wie die Musiker ihre Freizeit verbringen, können Sie vom 29.1.-7.2. im neuen Blog der Staatskapelle Berlin auf Facebook verfolgen. Hier berichten die Musiker der Staatskapelle von ihrem Gastspiel. Seien Sie dabei!

Fr 29 Jan 2010 | 19.30 Uhr
Gastspiel London | Royal Festival Hall

Sa 30 Jan 2010 | 19.30 Uhr
Gastspiel Birmingham | Symphony Hall

So 31 Jan 2010 | 19.45 Uhr
Gastspiel London | Royal Festival Hall

Mo 01 Feb 2010 | 19.30 Uhr
Gastspiel London | Royal Festival Hall

Di 02 Feb 2010 | 19.30 Uhr
Gastspiel London | Royal Festival Hall

Fr 05 Feb 2010 | 20.00 Uhr
Gastspiel Paris | Salle Pleyel

Sa 06 Feb 2010 | 20.00 Uhr
Gastspiel Paris | Salle Pleyel

So 07 Feb 2010 | 16.00 Uhr
Gastspiel Paris | Salle Pleyel