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Wie, bitte, geht’s nach England? [Teil 2]

Januar 27, 2010

[…Fortsetzung]
Es würde zu weit führen, hier all das aufzuzählen, was wir unternommen haben, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Irgendwann hatten wir sie, aber leider fielen sie unterschiedlich aus! Es war wie in der Medizin: drei Ärzte, drei Diagnosen. Braucht eine neuseeländische Staatsbürgerin ein Visum für England? Ja. Nein. Vielleicht.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“, dachten wir irgendwann und entschieden uns, zumindest für drei (Nicht-EU-)Mitglieder der Staatskapelle ein Visum zu beantragen – sozusagen auf Verdacht. Wir hatten die Qual der Wahl zwischen ca. 30 unterschiedlichen Antragstypen und noch einmal ungefähr halb so vielen ergänzenden Anhängen und entschieden uns schließlich für den, der uns am wenigstens abwegig erschien. Da Papier aber bekanntlich geduldig ist, war es mit den Anträgen allein natürlich nicht getan. Fingerabdrücke mussten her, und die konnten wir nicht stellvertretend für die Musiker abgeben. Also galt es, einen persönlichen Termin für jeden der drei Antragssteller im sogenannten Visa Application Centre der Firma Worldbridge zu vereinbaren. Wir hatten gleich doppelt Glück: Erstens gibt es ein solches inzwischen auch in Berlin (bis vor kurzem musste man noch nach Düsseldorf reisen) und zweitens bekamen wir per Internet sogar kurzfristig Termine!
Die Dame am Empfang, die unsere Anträge entgegennahm, erklärte uns nach einem kurzen Blick darauf, es seien die falschen. Trotz dieses Dämpfers zur Begrüßung waren wir glücklich, endlich einmal mit einem offiziell autorisierten Worldbridge-Mitarbeiter reden zu können, und fragten unverzagt nach, welcher Antrag denn dann der richtige wäre. Da habe sie leider absolut keine Ahnung, schließlich sei sie hier lediglich die Annahme- und keine Beratungsstelle. Wir wussten nicht, ob wir weinen oder lachen sollten und entschlossen uns vorerst gegen beides. Ganz offensichtlich war das die richtige Entscheidung, denn plötzlich gerieten die Dinge in Bewegung. Man ließ uns und unsere falschen Anträge (ganz zu schweigen von den fehlenden Anhängen) zum Sachbearbeiter vor und auf einmal war alles ganz einfach: Die Anträge waren doch nicht so verkehrt, die Anhänge durften vor Ort ergänzt werden und dank der ahnungsvoll mitgebrachten Kontoauszüge der letzten drei Monate glaubte man unseren Musikern sogar, dass sie auch im Fall der Fälle nicht auf die königlich-britische Wohlfahrt angewiesen sein würden. Nach einer weiteren bangen Woche kam die erlösende Nachricht: Alle drei Visa sind erteilt! Es kann also losgehen…

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Wie, bitte, geht’s nach England?

Januar 26, 2010

Eine Konzertreise nach London und Paris, das klingt wunderbar: Zwei Kulturmetropolen, die man gar nicht oft genug besuchen kann, auf kurzem Wege und unkompliziert zu erreichen. Stimmt alles, aber leider nicht für jede/n…
Routinemäßig stellt sich bei der Vorbereitung eines Gastspiels im Ausland immer die Frage, welche Einreisebestimmungen zu beachten sind. Nach der erst wenige Monate zurückliegenden USA-Tournee fühlten wir vom Organisationsteam uns allen diesbezüglichen Herausforderungen locker gewachsen. Aber weit gefehlt! Im Falle Großbritanniens beginnen die Schwierigkeiten nämlich nicht erst bei dem Versuch, die unzähligen Vorschriften zu erfüllen, sondern bereits bei der Frage, welche Vorschriften es überhaupt gibt…
Sie glauben, bei der Britischen Botschaft sollte man das wissen? Vielleicht weiß man es dort ja, aber verraten tut man es jedenfalls nicht. Noch bevor man die Chance bekommt, mit irgendeinem „echten“ Menschen zu sprechen, teilt eine Automatenstimme freundlich aber unmissverständlich mit, dass sämtliche Fragen zu Visumsangelegenheiten direkt und ausschließlich mit einer Firma namens „Worldbridge“ zu klären seien.
„Prima“, denken wir, „dann fragen wir eben Worldbridge!“ Die freundliche Automatenstimme nennt auch gleich eine Telefonnummer, unter der man das tun kann. Allerdings bitte nur mit gezückter Kreditkarte und gegen 14 Dollar pro Anruf. Dollar?!? Wir versichern uns kurz, dass wir nicht versehentlich bei der US-Botschaft angerufen haben, und beschließen dann, unabhängig von irgendeiner Währung erst noch einen kostenfreien Versuch im Internet zu starten.
Unter http://www.visainfoservices.com lesen wir, dass die Firma Worldbridge zwar für alles zuständig sei, man von ihren Mitarbeitern aber keinesfalls Informationen darüber erwarten dürfe, was für ein Visum man beantragen und wie man dieses ausfüllen sollte. Gut, dass wir uns die 14 Dollar für einen Anruf gespart hatten… Immerhin finden wir auf der Seite auch eine ausführliche Anleitung, wie und wo man sich beschweren kann, wenn man mit der angebotenen Dienstleistung nicht zufrieden ist, wird allerdings auch gleich um Verständnis dafür gebeten, dass eine Beschwerde nur dann zu Kenntnis genommen oder gar bearbeitet werden kann, wenn sie auf Englisch verfasst wurde.
Inzwischen wissen wir viel, was wir vorher nicht wussten, aber leider noch nichts zu unseren eigentlichen Fragen: Wer braucht ein Visum für England? Und was für ein Visum muss man beantragen, wenn man ein solches braucht?
Fortsetzung folgt…