4. Februar – Freier Tag in Paris

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Der erste freie Tag! Und das in so einer charmanten aber auch turbulenten Stadt wie Paris.

Die Kapelle war hier schon unzählige Male. Ich selber war vielleicht schon fünf oder sechs Mal dabei. Ich erlebte hier schöne aber auch nervig häßliche Tage. Die letzten Male, als ich dabei war, wohnten wir an der neuen Opéra Bastille am Place de la Bastille, unweit vom Marais Viertel… Verschlungene kleine Gassen, nette Cafés und Geschäfte. Die Konzerte fanden damals im Théâtre du Châtelet statt.

Diesmal befinden wir uns westlich der Stadtmitte, in der Nähe des Arc de Triomphe. Nicht, daß die Gegend hier häßlich wäre. Aber wenn ich aus meinem Hotelzimmer schaue, sehe ich ein riesiges Hochhaus, dahinter ein paar Kräne und irgendwie zieht es mich nicht unbedingt nach draußen.
Und trotzdem..Ich hatte mal wieder mein Frühstück verpasst und war durch den Lärm, den mein Magen verursachte, gezwungen, mich um etwas Essbares zu kümmern. Zugegeben, die Uhrzeit war schon sehr weit fortgeschritten für ein Frühstück a la francaise, aber richtig Lust hatte ich auch nicht auf Muscheln oder Froschschenkel. Und da ich auf meiner Suche nach Proviant nicht so richtig fündig wurde, musste ich wohl oder übel einen Supermarkt stürmen. Viel fand ich nicht, aber genug um die Geräuschkulisse zu dämpfen. Ich mich in Frankreich befand, also kaufte ich mir ein Baguette, eine typisch französische Salami und Käse.
Auf dem Weg zum Hotel sah ich ca 20 Fahrräder, die man durch ein Freischaltcode benutzen konnte, jedes gesichert an einer Säule. Unser Orchestermanager kam zufällig vorbei und meinte zu mir, was für eine tolle Erfindung das doch wäre. Ja ja, sagte ich, noch schöner wäre es allerdings, wenn man sie nicht durch Paris schieben müsste, da jedes Fahrrad einen Platten hatte…
Nachdem ich mein Essen verschlungen und mich kurz über das Hotel aufgeregt hatte, da man mir den Zugang zu meiner Minibar durch ein Schloss verweigerte, deponierte ich mein Hab und Gut auf dem Fenstersims und machte mich auf den Weg durch die stark parfümierte Lobby, um für diesen Blog ein paar Fotos zu schießen.

Aber irgendwie war heute nicht mein Tag. Die Batterie gab schon bald ihren Geist auf und ich ahnte, daß ich heute wahrscheinlich meinen freien Tag im Bett verbringen sollte. Doch schließlich bekam ich noch einen Anruf von einem Kollegen, der mich fragte, ob ich Lust auf etwas Kultur hätte. So endete mein Tag mit Beethovens Vierter und Siebter vom „Orchestra of the Age of Enlightenment“  im „Théatre des Champs-Elysées“!

Alle Bilder zum Bericht finden sie auch hier!

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3 Antworten to “4. Februar – Freier Tag in Paris”

  1. Chema Says:

    Hallo!

    Ich komme aus Madrid und mein Deutsch ist möglicherweise nicht so verständlich wie ich wünschte. Deswegen möchte ich mich entschuldigen.

    Obwohl ich Berlin nicht so oft besichtigen kann, wie ich will, versuche ich die Kapelle relativ regelmässig anzuhören. Ich könnte sagen, sie sei mein Lieblingsorchester.

    Ich habe das Blog gerade entdeckt und habe mich sehr darüber gefreut! Ich habe es sehr nett und freudlich gefunden.

    Ach! Paris finde ich wunderbar. So viele Ecken und Gassen, wo man sich von einer zauberhaften Stimmung umgefasst fühhlen kann… Aber na, ja… Wenn man beruflich reist, ist nicht vielleicht dasselbe🙂

    Viel Glück, viel Erfolg und viel Spass auf jeden Fall und bis nächstes Mal!!

    Chema

    PS Das Foto vom Fensterbrett habe ich klasse gefunden! Hahaha!

  2. mHaverm Says:

    Es macht mir grossen Spass , Ihre Eindrücke und Empfindungen
    zu lesen. Als begeisterte Anhängerin Ihres Orchesters freue ich mich
    über den grossen Erfolg.

    Stehende Ovationen!!! Ich freue mich schon sehr auf meinen nächsten
    Konzertbesuch. MHaverm

  3. Bettina Hofmann Says:

    Liebes Orchester,

    ich freue mich, dass es unter den Musikern so menschelt. Die Idee, das Bier auf dem Fenstersims zu kühlen… grandios! „Musiker sind eben auch nur Menschen“!
    Erst in den letzten Jahren zum Opern-und Konzertfan mutiert, bin ich gern in Berlin und schmelze bei den Darbietungen dahin.
    Beethoven’s Neunte am Neujahrstag war einfach gigantisch. Leider musste ich durch einen Hustenanfall 10 Minuten den Saal verlassen. Am Ende der Darbietung dankten weitere Besucher für die Rücksichtnahme. Und Sie als Musiker hätten mich beim Verweilen „wahrscheinlich gelyncht“.
    Nun freue ich mich auf weitere Darbietungen in Berlin.

    Liebe Grüße aus Braunschweig
    Bettina Hofmann

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