29.-30.1. Birmingham

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29. Januar

Man ist einerseits aufgeputscht und doch irgendwie gerädert nach so einem Konzert – auch wenn man das nicht so wahrnimmt. Ich bin völlig ausgehungert. Also mache ich mich mit meinen 11 Kollegen auf den Weg  in einen japanischen Nudelladen, unweit unseres Hotels.

Als wir die Rechnung von 203 Pfund bekommen, rechnet sich jeder seinen Teil aus und legt das Geld in eine Schale in der Mitte des Tisches. Diesmal fehlen ganze 10 Pfund. Es ist wie verhext so etwas! Dabei ist es eine ganz einfache Rechnung:

200 Pfund : 11 Kollegen = ca. 19 Pfund. Jeder legt 20 Pfund hin und es fehlen…? 10 Pfund…”normal”, denke ich inzwischen.

Ich denke an den „Boss“… und bin immer wieder erstaunt und begeistert von ihm. Daniel Barenboim ist ständig in Bewegung. Hat dies und das um die Ohren. Ich frage mich, wann er mal die Möglichkeit findet sich auszuruhen, geschweige denn zu üben. Er hat mal wieder grandios gespielt. Inzwischen bin ich mir sicher: Er muss einen oder mehrere Doppelgänger haben. Die teilen sich doch den Job! Einer spielt Klavier, der andere dirigiert und der dritte?…ruht sich aus…

30. Januar

… Der zweite Tag.

Heute heißt es, zumindest für mich, ausschlafen und spät frühstücken. Also mache ich mich, da ich das Frühstück im Hotel verpasst habe, um 12:15 auf den Weg in ein sogenanntes Feinschmecker-Franchise-Restaurant: „Subways“. Ich bestelle mir einen richtig dicken Sandwich.

Um 13:30 geht es nach Birmingham. Auf dem Programm stehen Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Beethovens 5. Klavierkonzert. Das letzte Mal war die Kapelle, so glaube ich, 2004 in Birmingham. Ein grandioser Saal, der 1991 von der Queen eingeweiht wurde, mit Platz für 2262 Menschen. Das Innenleben des Saales soll nach einem Modell vom Wiener Musikverein und dem Concertgebouw in Amsterdam entworfen sein.

Bevor ich aber einen der drei Busse, die vor dem Hotel warten, besteige, sehe ich in der Lobby einen Aushang von einem Kollegen, der heute ab 22°° Uhr alle Mitgereisten herzlich zu seiner 50. Geburtstagsfeier einlädt. Toll, denk ich mir. Hat er sich fein ausdacht, wo doch fast alle Kollegen sich zu dieser Zeit auf einer dreistündigen  Busfahrt von Birmingham zurück nach London befinden.

Mein Kollege vom Schlagzeug, der heute frei hat und in London bleibt, meinte nur:

Tja, Augen auf bei der Berufswahl!

Hier gibt es die Bilder zum Artikel!

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Eine Antwort to “29.-30.1. Birmingham”

  1. Philip Dräger Says:

    Toller Blogg mit interessanten und vor allem auch unterhaltsamen Hintergrundgeschichten. Freue mich auf weitere Infos!!

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