Wie, bitte, geht’s nach England? [Teil 2]

by

[…Fortsetzung]
Es würde zu weit führen, hier all das aufzuzählen, was wir unternommen haben, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Irgendwann hatten wir sie, aber leider fielen sie unterschiedlich aus! Es war wie in der Medizin: drei Ärzte, drei Diagnosen. Braucht eine neuseeländische Staatsbürgerin ein Visum für England? Ja. Nein. Vielleicht.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“, dachten wir irgendwann und entschieden uns, zumindest für drei (Nicht-EU-)Mitglieder der Staatskapelle ein Visum zu beantragen – sozusagen auf Verdacht. Wir hatten die Qual der Wahl zwischen ca. 30 unterschiedlichen Antragstypen und noch einmal ungefähr halb so vielen ergänzenden Anhängen und entschieden uns schließlich für den, der uns am wenigstens abwegig erschien. Da Papier aber bekanntlich geduldig ist, war es mit den Anträgen allein natürlich nicht getan. Fingerabdrücke mussten her, und die konnten wir nicht stellvertretend für die Musiker abgeben. Also galt es, einen persönlichen Termin für jeden der drei Antragssteller im sogenannten Visa Application Centre der Firma Worldbridge zu vereinbaren. Wir hatten gleich doppelt Glück: Erstens gibt es ein solches inzwischen auch in Berlin (bis vor kurzem musste man noch nach Düsseldorf reisen) und zweitens bekamen wir per Internet sogar kurzfristig Termine!
Die Dame am Empfang, die unsere Anträge entgegennahm, erklärte uns nach einem kurzen Blick darauf, es seien die falschen. Trotz dieses Dämpfers zur Begrüßung waren wir glücklich, endlich einmal mit einem offiziell autorisierten Worldbridge-Mitarbeiter reden zu können, und fragten unverzagt nach, welcher Antrag denn dann der richtige wäre. Da habe sie leider absolut keine Ahnung, schließlich sei sie hier lediglich die Annahme- und keine Beratungsstelle. Wir wussten nicht, ob wir weinen oder lachen sollten und entschlossen uns vorerst gegen beides. Ganz offensichtlich war das die richtige Entscheidung, denn plötzlich gerieten die Dinge in Bewegung. Man ließ uns und unsere falschen Anträge (ganz zu schweigen von den fehlenden Anhängen) zum Sachbearbeiter vor und auf einmal war alles ganz einfach: Die Anträge waren doch nicht so verkehrt, die Anhänge durften vor Ort ergänzt werden und dank der ahnungsvoll mitgebrachten Kontoauszüge der letzten drei Monate glaubte man unseren Musikern sogar, dass sie auch im Fall der Fälle nicht auf die königlich-britische Wohlfahrt angewiesen sein würden. Nach einer weiteren bangen Woche kam die erlösende Nachricht: Alle drei Visa sind erteilt! Es kann also losgehen…

Schlagwörter: , , , , , ,

2 Antworten to “Wie, bitte, geht’s nach England? [Teil 2]”

  1. Stefan Sander Says:

    Freue mich auf weitere Backgroundinfo´s, das ging ja schon gut los….Allen Beteiligten wünsche ich eine aufregende Tournee!!

  2. sandra Says:

    Sie können froh sein, daß Sie nicht nach China fahren. Ich kenne ein paar richtig gruselige Visum-Geschichten.

    Schöne Gruße!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: