Mit ‘Staatsoper’ getaggte Beiträge

Nachschlag London

Februar 11, 2010

Über kaum etwas freut man sich so sehr wie über das Lob eines geschätzten Kollegen! Hier der Text einer SMS von Simon Carrington, dem Solo-Pauker des London Philharmonic Orchestra, der unser Konzert am 31. Januar besucht hatte: “It was a privilege to hear this great orchestra and to see and hear Maestro Barenboim. He played Beethoven’s First Piano Concerto with not only a gorgeous touch but also with endearing humility, treating the orchestra as he chamber music colleagues and frequently playing the role of an accompanist to the orchestra’s soloist in between his wonderful solo passagework. In Pelleas and Melisande there was, despite Schoenberg’s rich orchestration a consistently lucid and warm sound with every individual voice being heard as and when it needed to be. A truly great concert. Thank you!”

Danke, Simon!

Heimliche Helden

Februar 6, 2010

Eigentlich müssten die „heimlichen Helden“ dieser Reise, um die es hier heute gehen soll, über sich selbst schreiben, damit wir ein auch nur annähernd vollständiges Bild von dem bekommen könnten, was sie tagtäglich hier leisten – aber dazu sind zu bescheiden und vor allem: viel zu beschäftigt! Ein großer Teil ihrer Arbeit spielt sich dann ab, wenn die Musiker noch lange nicht oder schon längst nicht mehr im Konzertsaal sind:
Sie sorgen dafür, dass vom Klarinettenständer bis zur Tuba, vom Basshocker bis zur Frackweste, vom Dirigierstab bis zu den Noten alles dabei ist – egal ob in London, Paris oder wo immer auch sonst die Staatskapelle gerade spielt. Allerdings ist dabei sein in diesem Fall noch lange nicht alles: Stets auffindbar am richtigen Platz muss es sein, denn sonst entsteht sofort ein heilloses Chaos.
Sie richten die Bühne ein und wissen immer auf den Zentimeter genau, wo welcher Stuhl und welcher Notenständer stehen muss. Sie sorgen dafür, dass der richtige Flügel zur richtigen Zeit in der richtigen Stimmung am richtigen Ort steht. Sie verwandeln den Orchesteraufbau in Minutenschnelle vom klein besetzten Beethoven-Konzert in Schönbergs Pelléas mit über 120 Mitwirkenden auf der Bühne. Sie zaubern sämtliche Noten auf das richtige Pult und sind nach dem letzten Ton sofort wieder zur Stelle, um die Bühne für den nächsten „Gebrauch“ wieder zu verwandeln oder zu räumen. Während der Probe oder des Konzerts entwerfen und schreiben sie Dienst-, Transport- und Tagespläne, damit auch am folgenden Tag alles reibungslos läuft. Spät in der Nacht packen sie Hab und Gut in riesige Kisten und stellen sicher, dass die Transporter vollständig und richtig beladen werden, damit alles rechtzeitig und wohlbehalten am nächsten Konzertort ankommt.

Und so ganz nebenbei haben sie immer ein offenes Ohr für alle Sorgen, Nöte und Bitten, und das zu jeder erdenklichen Uhrzeit.

Dafür ein riesiges DANKESCHÖN an Thomas Küchler, Uwe Timptner, Michael Frohloff und Nicolas van Heems!

Alle Bilder der heimlichen Helden in Aktion finden Sie hier!

4. Februar – Sturm auf die Bastille

Februar 4, 2010

Der erste freie Tag – das verführt im vorfrühlingshaften Paris zum Bummel durch Marais mit seinen kleinen Boutiquen und vorzüglichen Restaurants. Nach der tarte tatin klingelt das Handy: Es ist Phillippe Jordan, mit dem die Staatskapelle eine sehr freundschaftliche Beziehung hat, seit er als Assistent von Daniel Barenboim Ende der 90er Jahre nicht nur annähernd das gesamte Repertoire dirigiert, sondern auch viel Kammermusik mit uns Kollegen gemacht hat. Wir hatten uns locker verabredet, schnell bin ich an der Bastille-Oper und  komme unerwartet in den Genuss einer exklusiven Opernführung durch den frischgebackenen Generalmusikdirektor. Er zeigt mir das gigantische Haus, das über 2700 Zuschauern Platz bietet, allein vier Seiten- und eine 1:1 Hinterbühne auf Hauptbühnenniveau hat, darunter noch einmal ebenso viel Platz bietet und auf eine Gesamtfläche 160000 Quadratmetern kommt!! Die Staatsoper mit ihrer nostalgisch-musealen Technik wirkt vor den Dimensionen des Ende der 80er Jahre eröffneten Hauses wie die Gorch Fock im Vergleich zu einem atomgetriebenen Flugzeugträger.

Mit keinem geringeren Werk als Wagners „Ring“ wird Jordan hier seinen Einstand geben, trotzdem hat der vielbeschäftigte Dirigent noch Zeit für einen ausgiebigen Plausch in seinem Büro – bei Sonnenuntergang mit grandiosem Blick über Paris. Morgen wird er in unser Konzert kommen, vielleicht gibt es danach noch Gelegenheit, mit ihm auf die „alten Zeiten“ anzustoßen: Phillippe war an der Staatsoper so beliebt, dass damals die gesamte Belegschaft zu seiner Abschiedsfeier ein selbstgemachtes kaltes Buffet zusammentrug. Und vermutlich ist es nicht ganz auszuschließen, dass auch für unseren „Principal Guest Conductor a.D.“ gilt: „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ …

Alle Bilder aus Paris finden Sie auch hier

1. Februar – die ersten Kritiken sind da

Februar 1, 2010

Hier koennen Sie lesen, was Guardian, Times und Evening Standard schreiben:

http://www.guardian.co.uk/music/2010/jan/30/berlin-staatskapelle-barenboim-rfh

http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/music/live_reviews/article7009288.ece

http://www.thisislondon.co.uk/music/review-23800979-daniel-barenboims-tour-de-force.do

31. Januar Geburtstag auf Reisen

Januar 31, 2010

Standing Ovations gestern in Birmingham. Ein tolles Konzert, nicht nur für die Zuhörer im Saal, sondern dank des Meisters Zugabe von Chopin auch für mich.

Aber der Tag war da noch lange nicht zu Ende: Nach 3-stündiger Anfahrt, Probe und Konzert ging es nun drei Stunden wieder zurück nach London. Und was ist des Paukers liebstes Kind nach einem anstrengenden Tag?!?

… ein Bier!

Ein Kollege feierte an diesem Abend in seinen 50. Geburtstag hinein, so dass ich gegen 0.45 Uhr mein heiß ersehntes Getränk in den Händen hielt… Der interessierte Leser wird sich vielleicht fragen, wo ein Orchestermusiker auf Reisen seinen Geburtstag feiert? Natürlich auf seinem Hotelzimmer! Da geht es dann zu wie im Bienenschwarm: Ein ständiges Kommen und Gehen, lustige Geschichten werden erzählt und natürlich musikalische Darbietungen erbracht – alles improvisiert, aber unkompliziert. Eigentlich das beste Mittel, um ein Orchester für den “Kampf” auf dem Podium zusammenzuschmieden.

Nach einer kurzen Nacht Frühstück um 10.00 Uhr. In einigen Gesichtern erkenne ich die Spuren des letzten Tages und der Nacht. Jetzt nur nicht in den Spiegel schauen und den einzigen Tag ohne Probe am Vormittag ruhig angehen…

Um 14.50 Uhr Feueralarm im Hotel! Ohrenbetäubender Lärm reißt mich von meiner Büroarbeit hoch. Ich laufe aus dem Zimmer und hoffe auf eine Übung – oder ist es vielleicht doch Ernst? Auf der Strasse angekommen, treffe ich einige Kollegen. Unser Konzertmeister kämpft sich zurück auf sein Zimmer, um seine Geige zu retten. Doch es war nur ein Fehlalarm, ausgelöst durch sich an der Glasinnenfront abseilende Fensterputzer.

Na, da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

Weitere Bilder gibt es hier!

29.-30.1. Birmingham

Januar 30, 2010

29. Januar

Man ist einerseits aufgeputscht und doch irgendwie gerädert nach so einem Konzert – auch wenn man das nicht so wahrnimmt. Ich bin völlig ausgehungert. Also mache ich mich mit meinen 11 Kollegen auf den Weg  in einen japanischen Nudelladen, unweit unseres Hotels.

Als wir die Rechnung von 203 Pfund bekommen, rechnet sich jeder seinen Teil aus und legt das Geld in eine Schale in der Mitte des Tisches. Diesmal fehlen ganze 10 Pfund. Es ist wie verhext so etwas! Dabei ist es eine ganz einfache Rechnung:

200 Pfund : 11 Kollegen = ca. 19 Pfund. Jeder legt 20 Pfund hin und es fehlen…? 10 Pfund…”normal”, denke ich inzwischen.

Ich denke an den „Boss“… und bin immer wieder erstaunt und begeistert von ihm. Daniel Barenboim ist ständig in Bewegung. Hat dies und das um die Ohren. Ich frage mich, wann er mal die Möglichkeit findet sich auszuruhen, geschweige denn zu üben. Er hat mal wieder grandios gespielt. Inzwischen bin ich mir sicher: Er muss einen oder mehrere Doppelgänger haben. Die teilen sich doch den Job! Einer spielt Klavier, der andere dirigiert und der dritte?…ruht sich aus…

30. Januar

… Der zweite Tag.

Heute heißt es, zumindest für mich, ausschlafen und spät frühstücken. Also mache ich mich, da ich das Frühstück im Hotel verpasst habe, um 12:15 auf den Weg in ein sogenanntes Feinschmecker-Franchise-Restaurant: „Subways“. Ich bestelle mir einen richtig dicken Sandwich.

Um 13:30 geht es nach Birmingham. Auf dem Programm stehen Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Beethovens 5. Klavierkonzert. Das letzte Mal war die Kapelle, so glaube ich, 2004 in Birmingham. Ein grandioser Saal, der 1991 von der Queen eingeweiht wurde, mit Platz für 2262 Menschen. Das Innenleben des Saales soll nach einem Modell vom Wiener Musikverein und dem Concertgebouw in Amsterdam entworfen sein.

Bevor ich aber einen der drei Busse, die vor dem Hotel warten, besteige, sehe ich in der Lobby einen Aushang von einem Kollegen, der heute ab 22°° Uhr alle Mitgereisten herzlich zu seiner 50. Geburtstagsfeier einlädt. Toll, denk ich mir. Hat er sich fein ausdacht, wo doch fast alle Kollegen sich zu dieser Zeit auf einer dreistündigen  Busfahrt von Birmingham zurück nach London befinden.

Mein Kollege vom Schlagzeug, der heute frei hat und in London bleibt, meinte nur:

Tja, Augen auf bei der Berufswahl!

Hier gibt es die Bilder zum Artikel!

28. Januar – Reisetag Berlin-London

Januar 28, 2010

0.30 Uhr irgendwo in Berlin

Bin gerade mit dem Packen meines Koffers fertig geworden. Und immer wieder die gleiche Frage – habe ich alles??

Konzertfrack und Paukenschlegel sind ja mit dem Instrumententransport per LKW unterwegs. Aber die kleinen Dinge fürs tägliche Leben, dazu Bürokram wie Dienst- und Hochschulplanung, Konzert- und Aushilfsplanung, Noten zum Studieren und immer die Ungewissheit über das zu erwartende Wetter. Bei diesem Wort fällt mein Blick aus dem Fenster – Schneetreiben und -10 Grad. Hoffentlich fahren die Flughafenbusse! Dann doch lieber eine halbe Stunde eher los.

11.00 Uhr Flughafen Tegel

Fahrt ging besser als erwartet, nur beim Check In erfahren wir, dass unser Flug 45 Minuten verspätet abfliegt. Also erst mal einen Kaffee und Gespräche mit Kollegen über die  Afghanistan-Konferenz und die ausgesprochene Terror-Warnung. Mit einem unsicheren Gefühl geht es dann 75 Minuten verspätet los. Gut, dass wir heute keine Probe mehr haben, da der Instrumententransport erst gegen 23 Uhr in London ankommt.


Abflug 14.00 Uhr

Bei der Staatskapelle reist der Chef noch mit seinen Angestellten: Daniel Barenboim sitzt mitten unter seinen 100 Musikern in der Holzklasse. Immer wieder eine Chance, kleine Fragen loszuwerden.

16.00 Uhr im Hotel

Auf der 30 minütigen Busfahrt vom Flughafen in die City muss ich an ein Gastspiel 1988 in London denken. Damals wurde bei den Tourneen gelegentlich am falschen Ende gespart und manche Kollegen hatten neben den winzigen Zimmern, in denen gerade noch ein Koffer Platz hatte, noch mit kleinen, grauen Mitbewohnern zu kämpfen. Seit dieser Zeit macht das Wort vom „Mäusehotel“ die Runde. Das bleibt uns heute aber erspart und ich bin über mein ruhiges Zimmer im Park Plaza Hotel sehr glücklich.

Sehen Sie hier alle Bilder vom Reisetag Berlin-London

Wie, bitte, geht’s nach England? [Teil 2]

Januar 27, 2010

[...Fortsetzung]
Es würde zu weit führen, hier all das aufzuzählen, was wir unternommen haben, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Irgendwann hatten wir sie, aber leider fielen sie unterschiedlich aus! Es war wie in der Medizin: drei Ärzte, drei Diagnosen. Braucht eine neuseeländische Staatsbürgerin ein Visum für England? Ja. Nein. Vielleicht.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“, dachten wir irgendwann und entschieden uns, zumindest für drei (Nicht-EU-)Mitglieder der Staatskapelle ein Visum zu beantragen – sozusagen auf Verdacht. Wir hatten die Qual der Wahl zwischen ca. 30 unterschiedlichen Antragstypen und noch einmal ungefähr halb so vielen ergänzenden Anhängen und entschieden uns schließlich für den, der uns am wenigstens abwegig erschien. Da Papier aber bekanntlich geduldig ist, war es mit den Anträgen allein natürlich nicht getan. Fingerabdrücke mussten her, und die konnten wir nicht stellvertretend für die Musiker abgeben. Also galt es, einen persönlichen Termin für jeden der drei Antragssteller im sogenannten Visa Application Centre der Firma Worldbridge zu vereinbaren. Wir hatten gleich doppelt Glück: Erstens gibt es ein solches inzwischen auch in Berlin (bis vor kurzem musste man noch nach Düsseldorf reisen) und zweitens bekamen wir per Internet sogar kurzfristig Termine!
Die Dame am Empfang, die unsere Anträge entgegennahm, erklärte uns nach einem kurzen Blick darauf, es seien die falschen. Trotz dieses Dämpfers zur Begrüßung waren wir glücklich, endlich einmal mit einem offiziell autorisierten Worldbridge-Mitarbeiter reden zu können, und fragten unverzagt nach, welcher Antrag denn dann der richtige wäre. Da habe sie leider absolut keine Ahnung, schließlich sei sie hier lediglich die Annahme- und keine Beratungsstelle. Wir wussten nicht, ob wir weinen oder lachen sollten und entschlossen uns vorerst gegen beides. Ganz offensichtlich war das die richtige Entscheidung, denn plötzlich gerieten die Dinge in Bewegung. Man ließ uns und unsere falschen Anträge (ganz zu schweigen von den fehlenden Anhängen) zum Sachbearbeiter vor und auf einmal war alles ganz einfach: Die Anträge waren doch nicht so verkehrt, die Anhänge durften vor Ort ergänzt werden und dank der ahnungsvoll mitgebrachten Kontoauszüge der letzten drei Monate glaubte man unseren Musikern sogar, dass sie auch im Fall der Fälle nicht auf die königlich-britische Wohlfahrt angewiesen sein würden. Nach einer weiteren bangen Woche kam die erlösende Nachricht: Alle drei Visa sind erteilt! Es kann also losgehen…

Wie, bitte, geht’s nach England?

Januar 26, 2010

Eine Konzertreise nach London und Paris, das klingt wunderbar: Zwei Kulturmetropolen, die man gar nicht oft genug besuchen kann, auf kurzem Wege und unkompliziert zu erreichen. Stimmt alles, aber leider nicht für jede/n…
Routinemäßig stellt sich bei der Vorbereitung eines Gastspiels im Ausland immer die Frage, welche Einreisebestimmungen zu beachten sind. Nach der erst wenige Monate zurückliegenden USA-Tournee fühlten wir vom Organisationsteam uns allen diesbezüglichen Herausforderungen locker gewachsen. Aber weit gefehlt! Im Falle Großbritanniens beginnen die Schwierigkeiten nämlich nicht erst bei dem Versuch, die unzähligen Vorschriften zu erfüllen, sondern bereits bei der Frage, welche Vorschriften es überhaupt gibt…
Sie glauben, bei der Britischen Botschaft sollte man das wissen? Vielleicht weiß man es dort ja, aber verraten tut man es jedenfalls nicht. Noch bevor man die Chance bekommt, mit irgendeinem „echten“ Menschen zu sprechen, teilt eine Automatenstimme freundlich aber unmissverständlich mit, dass sämtliche Fragen zu Visumsangelegenheiten direkt und ausschließlich mit einer Firma namens „Worldbridge“ zu klären seien.
„Prima“, denken wir, „dann fragen wir eben Worldbridge!“ Die freundliche Automatenstimme nennt auch gleich eine Telefonnummer, unter der man das tun kann. Allerdings bitte nur mit gezückter Kreditkarte und gegen 14 Dollar pro Anruf. Dollar?!? Wir versichern uns kurz, dass wir nicht versehentlich bei der US-Botschaft angerufen haben, und beschließen dann, unabhängig von irgendeiner Währung erst noch einen kostenfreien Versuch im Internet zu starten.
Unter http://www.visainfoservices.com lesen wir, dass die Firma Worldbridge zwar für alles zuständig sei, man von ihren Mitarbeitern aber keinesfalls Informationen darüber erwarten dürfe, was für ein Visum man beantragen und wie man dieses ausfüllen sollte. Gut, dass wir uns die 14 Dollar für einen Anruf gespart hatten… Immerhin finden wir auf der Seite auch eine ausführliche Anleitung, wie und wo man sich beschweren kann, wenn man mit der angebotenen Dienstleistung nicht zufrieden ist, wird allerdings auch gleich um Verständnis dafür gebeten, dass eine Beschwerde nur dann zu Kenntnis genommen oder gar bearbeitet werden kann, wenn sie auf Englisch verfasst wurde.
Inzwischen wissen wir viel, was wir vorher nicht wussten, aber leider noch nichts zu unseren eigentlichen Fragen: Wer braucht ein Visum für England? Und was für ein Visum muss man beantragen, wenn man ein solches braucht?
Fortsetzung folgt…

Daniel Barenboim about the program

Januar 26, 2010

One might ask why Beethoven and Schönberg should be performed on the same program. Both produced great masterpieces; Beethoven’s works have enriched the lives of millions of people for the last 200 years and Schönberg is well on his way to becoming one of the most accepted 20th century composers. Yet their significance goes beyond even the quality of the masterpieces they bequeathed us: both Beethoven and Schönberg are veritable structural pillars in the historical development of music. Only a handful of composers in the history of classical music have had the capacity to summarize and even culminate the development of an entire era of composition, while at the same time pointing the way toward a radically different new paradigm or style, and Beethoven and Schönberg are undoubtedly among these few.


(c) Sheila Rock

Beethoven’s early period is characterized by the development of the existing idioms of Haydn and Mozart, just as Schönberg’s first period is marked by his two greatest influences, the unlikely bedfellows Brahms and Wagner. In Schönberg’s time, Brahms and Wagner had been considered antipodes with few followers in common, but Schönberg ingeniously married Brahms’s structural complexity and Wagner’s harmonic language in his early hyper-romantic works. The middle periods of both Beethoven and Schönberg reveal their own distinctive style, now independent of earlier influences. Beethoven’s middle period takes him into greater clarity and dramatic expression; Schönberg’s ambiguity gradually grows into the twelve-tone system.

Perhaps most fascinating are the late periods: Beethoven’s movement toward ever further disconnection and disintegration, and Schönberg’s “emancipation of the dissonance” in which he establishes the equality of all twelve tones. Beethoven in his late years arrived at extremes of expression; in the piano sonatas these are manifested quite literally by stretching the voices to opposite ends of the keyboard. One could say that he reached a philosophy of discomfort. Beethoven and Schönberg were both concerned with the transformation of musical material, as in Beethoven’s Diabelli Variations (originally Veränderungen, transformations) or in Schönberg’s Variations for Orchestra.

The radical changes in these late periods were to have lasting, irrevocable consequences for the future of composition, and this is what makes their absolute value different from other composers. A composer like Mendelssohn left us no shortage of masterpieces, but his contribution to music did not alter the course of events in any way. Beethoven and Schönberg, on the other hand, have left audible fingerprints on the scores of all their successors, and will most likely continue to do so for as long as music is being written.


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