Archive for the ‘Staatskapelle Berlin’ Category

Bukarest und Luzern – vor und hinter den Kulissen

September 22, 2011

Bukarest und Luzern – gegensätzlicher hätten die Konzertorte unserer ersten Gastspielreise in dieser Saison kaum sein können! Hier die große, laute, heiße, aufregende Hauptstadt Rumäniens – dort das kleine, schmucke, wohlhabende und angenehm temperierte Postkartenidyll am Vierwaldstätter See.

Wir haben uns trotz oder gerade wegen der extremen Unterschiede an beiden Orten sehr wohl gefühlt. Die Bukarester “Palace Grand Hall” (in der Landessprache “Sala Palatului”) verströmt zwar noch reichlich beklemmendes “Ceausescu-Flair”, aber die mehr als 3.000 begeisterten Besucher, die an beiden Konzertabenden auf allen verfügbaren Plätzen saßen und standen, haben dieses dann doch völlig vergessen lassen. Eine so bunte Publikumsmischung von jung und alt, reich und arm wie beim “Enescu-Festival” wird man vermutlich bei kaum einem anderen großen europäischen Musikfestival antreffen! Und so ganz nebenbei durften wir auch noch fünf Tage mit Temperaturen um 35°C genießen – ein nachgeholter Mini-Hochsommer für alle, die in den Ferien nicht weit genug verreist waren…

In Luzern war es dann nicht nur angenehme 12 – 15°C kühler; in dem kleinen, feinen Ort mit seinen schönen Altstadtgassen und dem traumhaften Bergpanorama rund um den Vierwaldstätter See kann man gar nicht anders, als sich wie im Urlaub zu fühlen! Dass die “Arbeit” umso mehr Freude macht, liegt gleichermaßen an der fantastischen Architektur und Akustik des Konzertsaals im “KKL” wie an der absolut professionellen Organisation und aufmerksam-persönlichen Betreuung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lucerne Festivals. Nachdem in den ersten beiden Konzerten sowohl in Bukarest als auch in Luzern Mozarts Klavierkonzerte KV 491 und KV 482 (Solist: Daniel Barenboim) in Kombination mit Bruckners Siebter bzw. Franz Liszts “Dante-Sinfonie” zur Aufführung kamen, bildeten im letzten Luzerner Konzert Pierre Boulez’ “Notations” I-IV und VII (abwechselnd in der Klavier- und in der Orchesterfassung dargeboten) und der 1. Akt von Wagners “Die Walküre” den eindrucksvollen und vom Publikum bejubelten Schlusspunkt des diesjährigen Lucerne Festivals – nicht zuletzt auch dank der drei phänomenalen Solisten Nina Stemme, Peter Seiffert und Kwangchul Youn!

Kaum waren die letzten Töne des Matinee-Konzerts verklungen, hieß es auch schon wieder “bitte einsteigen” in die Busse zum Flughafen Zürich. Nachdem wir am Sonntag, den 11. September grausam früh um 6:45 Uhr in Berlin-Tegel gestartet waren, traf die erste Gruppe dort fast auf die Minute genau 7 Tage und 12 Stunden später wieder ein. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, denn am folgenden Morgen stand um 11:00 Uhr schon die nächste Generalprobe auf dem Plan – für zwei Konzerte in der Philharmonie und im Konzerthaus, die gleichzeitig der Abschluss des diesjährigen musikfestes und der Auftakt unserer Abonnementskonzerte in der Spielzeit 2011/2012 waren. Wir freuen uns auf alle weiteren!

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Granada – Abschluss der Spielzeit 2010/2011

Juli 21, 2011

Mit diesen Bildern (fotografiert von Sebastian Rosenberg) verabschieden wir uns in die Spielzeitpause. Wir wünschen allen einen wunderschönen Sommer und freuen uns auf ein Wiedersehen bei unseren ersten Abonnementkonzerten in der neuen Spielzeit am 19. und 20. September 2011!

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Hauskonzert bei Familie Rieken

Februar 20, 2011

Hallo!

in der Staatskapelle gibt es seit den 80er Jahren ein Ensemble, dessen Hauptanliegen ist, in wechselnden Besetzungen bekannte und auch völlig unbekannte und sehr selten gespielte Musik aufzuführen.
Dieses Ensemble Variazione gibt am Donnerstag den 24.2. im Roten Rathaus um 20Uhr ein Konzert, und in Vorbereitung darauf haben wir gestern eine Art Generalprobe in einem privaten Berliner “Haus” gemacht.
Sie fand in Berlin – Lichterfelde im wunderschönen Haus eines Ärzteehepaares statt, die seit ihrer Jugend der Musik sehr eng verbunden sind. Zu ihren Hauskonzerten laden sie ihre Freunde ein, auch ihre Familie, und dann lauschen ca. 20 Musikfreunde sehr aufmerksam dem, was da geboten wird. Gestern war es Musik von Giacomo Meyerbeer, Hanns Eisler, Leos Janacek und das Duo David und Stefan spielten ein tolles spanisches Stück von Joaquin Turina für Violine und Klavier. Die Musik von Eisler und Janacek war für uns alle komplett neu, hatten wir noch nie gespielt oder gehört und wir brauchten ein bißchen, um uns zurecht zu finden. Aber gestern hat es riesigen Spass gemacht und es lief auch gut.
Nach so einem Konzert gibts dann immer was Tolles zu essen – die Hausherrin Frau Dr. Rieken stellt ein sehr leckeres Buffett zusammen, und wir Musiker und die Gäste sitzen dann nach der ganzen Aufregung und Konzentration bei einem entspannten Gespräch zusammen. Für uns ist eine solche Atmosphäre sehr schön, und die Möglichkeit, völlig neu geprobte Stücke vor dem eigentlichen Konzert mal zu spielen, ist ganz wichtig.
Also ein sehr schöner Nachmittag, auch wenn vormittags Nono und Schostakowitsch für das Sinfoniekonzert der Staatskapelle am Montag auf dem Programm standen und abends noch “Der Liebestrank” von Donizetti.
Aber das Wochenende ist ja sowieso unsere ganz normale Dienstzeit…

Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal
Susanne

METZMACHER DIE 2.

Februar 19, 2011

Vielbeschäftigt ist Ingo Metzmacher – am probenfreien Donnerstag hat er in Zürich einen “Tannhäuser” dirigiert. Heute früh steht er wieder vor unserem Orchester. Er erzählt, dass er sich für die Vorbereitung von Schosta´s 7.
mit dem Dirigenten Kurt Sanderling getroffen hat. Der inzwischen 98 jährige war bei der Urauffürung der Leningrader Sinfonie dabei und mit Schostakowitsch selbst gut bekannt. Es gibt also für uns Hinweise aus direkter Quelle,
gerade was die Artikulation angeht, die Schostakowitsch wohl zum Teil anders gemeint hatte als es in den Noten steht.
Nebenbei gab es noch einen Geburtstagstusch für Solotrompeter Christian, der mit Sekt und Schnittchen bestückt zu Metzmacher ging um ihm etwas anzubieten. Und morgen können wir ihm ein paar Fragen stellen, die wir uns heute überlegt
haben…

von Ulrike Bassenge (2. Violine)

Abu Dhabi, Doha, Wien, Paris…

Februar 12, 2011

…ein Rückblick in Bildern

(zum Starten der Diaschau bitte Foto anklicken)

Kein (Bratschen-)Witz

Februar 5, 2011

“Oh, seht mal, da kommt eine Bratsche angelaufen!“ ruft ein Kollege im Shuttlebus auf dem Pariser Flughafen. Tatsächlich: Eine Dame mit Sicherheitsweste hastet aus dem eben verlassenen Flieger von Wien, im Arm unverkennbar ein Bratschenkasten. Doch wem gehört das wertvolle Instrument? „Namen!!“ skandieren die belustigten Kollegen. Die armen Bratscher, ohnehin schon mit unzähligen Witzen gestraft, bleiben jedoch unnachgiebig und halten dicht. Am Terminal dann die Auflösung, der Kollege war im ersten Bus und wartet schon auf sein Instrument.

Wie konnte das passieren? Hatte er vielleicht vergessen, dass sein Instrument nicht im Transporter mitgefahren war? Nein, er hatte sich um die im Flieger liegengebliebene Brille eines Cellisten gekümmert und darüber sein eigenes Gepäck vergessen. Eine Sehhilfe übrigens, die mittlerweile zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist: Musste doch Maestro Barenboim in Abu Dhabi mit dem Konzertbeginn warten, weil eben diese Brille noch gesucht wurde. Noch schlimmer ist es nur, wenn die Noten bei Konzertbeginn nicht auf dem Pult liegen. Passiert selten, aber eben doch alle Jahre wieder. Manchmal liegt das Material in einer anderen Mappe auf dem Nachbarpult, manchmal ist aber auch ein Kollege schuld, der die Stimme zum Üben im Hotel hatte und sie im Eifer der Konzertvorbereitung auf dem improvisierten Notenpult (Lampe, Fernseher…) liegengelassen hat. Paniksituation für die Orchesterwarte, die aber meist in allerletzter Sekunde noch ein Ersatzexemplar aus ihrer Notenkiste hervorzaubern. Hier heißt es bei drei Sinfonien, Klavierkonzerten und diversen in Einzelblättern herumfliegenden Zugaben den Überblick zu bewahren. Und die Haltung, wenn man als Musiker seinen Einzelauftritt mit dem verspäteten Corpus delicti hat. So geschehen auch vor nicht allzu langer Zeit in einem Berliner Restaurant, das einige Kollegen besuchten. Zwei Bratschisten aus einem anderen großen Berliner Orchester saßen mit Begleitung am Nebentisch, bereits beim Dessert. Irgendwann verabschiedete sich die leicht angeheiterte Gesellschaft. 10 Minuten später aber schlichen die beiden jungen Herren mit schuldbewusster Miene wieder ins Lokal. Mit den Worten „kein Kommentar bitte“ griffen sie unter den zuvor verlassenen Tisch – und holten ihre Bratschen hervor, die sie BEIDE vergessen hatten……

Pressestimmen zum 1. Konzert in Wien

Februar 3, 2011

„Barenboims Berliner Triumph in Wien. Das Orchester, erfolgreich im Opernbereich (Lindenoper) und in Konzerten, zählt nicht nur zu den ältesten der Welt, sondern zurzeit wieder einmal zu den Besten. Der Streicherklang ist elegant, warm timbriert, fast ein bisschen wienerisch in seiner an Farbenpracht orientierten Ausrichtung. Die Blechbläser tönen markant und dynamisch, die Holzblasinstrumente bezaubern. Alle Musiker folgen den Intentionen ihres Generalmusikdirektors und man merkt, wie gut diese Kombination funktioniert und aufeinander abgestimmt ist.“ (Kurier, Wien)

„Diesmal wurde im Musikverein die Erwartungshaltung voll eingelöst, die mit dem Zyklustitel “Meisterinterpreten” verbunden ist. Auch die größten Künstler garantieren ja nicht schon von vornherein für jedes Mal gleich meisterhafte Interpretationen. Doch die Zugänge von Yefim Bronfman und Daniel Barenboim zu Bartók und Tschaikowsky erfüllten am Dienstag vollständig das, was von jeder guten musikalischen Interpretation erwartet werden sollte – nämlich eigenständige, profilierte Perspektiven auf die gespielten Werke.“ (Der Standard, Wien)

„Daniel Barenboim dirigiert die Symphonien des Russen mit sicht- und hörbarer Leidenschaft, er stachelt die ausgezeichneten Musiker auf zu Gefühlsüber­schwang und Forteseligkeit, er fordert von ihnen auch hauchzarte Piani, extreme Rubati und rasante Temposteigerungen. Barenboim suggeriert hochromantisches Pathos und weiß doch genau, dass diese Werke auch etwas abgekühlt immer noch wirkten. Das Publikum war begeistert“ (Österreich)

„Bis auf das tänzerische Pizzicato-Scherzo, bei dem sich der Maestro lässig zurücklehnte, ja mitschnippte, zeichnete seine Körpersprache die schaurigen Wellenbewegungen nach: Selbst das „Con fuoco“ des Finalsatzes fand zuletzt noch eine Steigerung bis zum Äußersten. Barenboim grub sich tief in die romantischen Stimmungswelten, machte aus Tschaikowsky russischen Bruckner. Dafür brauchte und hatte er wachsame Musiker: Dem martialischen Überschwang standen famose Bläsersoli gegenüber (das Fagott im Andante, die Oboe in der verträumt-erschöpften „Canzone“).“ (Die Presse, Wien)

„Oft hielt Barenboim das Berliner Ensemble im Eröffnungs-Andante zu Tschaikowskis tiefsinniger Vierter am diskreten Boden. Dank der plötzlichen Pianissimo-Stellen kamen die kraftvollen Tutti gut zur Geltung: schizophrene Momente in dieser wahrscheinlich russischsten Symphonie des Komponisten. Begeisterungsstürme.“ (Wiener Zeitung)

Unverhofftes Wiedersehen in Doha

Februar 3, 2011

Als wir in Doha gelandet sind, hätte ich nicht gedacht, dass ich eine Schulfreundin, die ich sechs Jahre nicht gesehen hatte , hier wiedersehen würde. Wir verabredeten, uns im Hotel zu treffen und dann einen gemeinsamen Tagesausflug zu machen.
Los ging es in ihrem neuen Flitzer, einem Golf GTI mit 200 PS… Sie fuhr mit uns einmal quer durch die doch mittlerweile sehr große Stadt und zeigte uns die verschieden Stadtteile. Zum einen die komplett neu aufgeschüttete Skyline und zum anderen den älteren Teil mit arabischem Markt. Dann fuhren wir zum Meer und mieteten uns ein Boot.
Das war das große Highlight des Tages. Zwei Araber fuhren uns eine dreiviertel Stunde lang um Doha herum, was wirklich sehr beeindruckend war. Wir sahen die Skyline, das neue Arabische Museum, das Culture Village (wo sich auch das neue Opernhaus befindet, in dem unser Konzert am Abend stattfand) und genossen die tolle Meeresluft. Nachdem wir durchgeföhnt waren, fuhren wir noch ins Culture Village, um traditionell zu essen und die eine oder andere Wasserpfeife zu rauchen. Das Essen war superlecker und wir konnten gut gefüllt den wohlverdienten Nachmittagsschlaf antreten , bevor es zum Konzert ging.

Kaspar Loyal
Kontrabassist

1. Februar 2011 – Probe im Musikverein

Februar 3, 2011

Der Goldene Saal des Musikvereins – wir freuen uns immer wieder auf diesen wunderschönen Raum mit der vielleicht weltbesten Akustik. Doch schon zu Beginn der Probe zeigt sich eine weitere einzigartige Eigenschaft der Bühne: Mit alpinen Höhenverhältnissen zwischen den Podesten bedarf es einer ausgeklügelten Sitzordnung, um die Staatskapelle in großer Besetzung optimal in Spielposition zu bringen. Kleine Schemel zur Sicherung der absturzgefährdeten Antikpulte, „Halbstühle“ mit abgesägten Beinen, die platzsparend auf zwei Ebenen postiert werden können, und vieles mehr beanspruchen das ganze Können unserer tapferen Orchesterwarte unter der immer gelassenen Anleitung des umsichtigen Orchestermanagers Herrn Küchler.

Doch dann – es ist noch kein Ton erklungen – ist der Maestro unzufrieden, wie seine Musiker aufgestellt sind. Daniel Barenboim kennt den Musikvereinssaal vermutlich besser als sein Wohnzimmer und weiß um die Tücken von zu hoch postiertem Blech und versprengten Streicherpulten. Also muss alles nochmal umgebaut werden, wobei der agile Meister auch selbst Hand anlegt. Was ihn nicht daran hindert, staunenswerte Omnipräsenz an mehreren Stellen der Bühne zu zeigen: Eben noch hinter den Kontrabässen, winkt er im nächsten Moment die Bratschenpulte in die Auftakt-Einflugschneise ein und klärt zwischendurch schnell eine heikle Stelle mit dem Solo-Oboisten.

Dann beginnt die Probe, es spricht die Musik und aus dem Bühnenarchitekten wird ein immer wieder an Details feilender Orchestererzieher. Denn nicht nur die Sitzordnung, auch Balance, musikalische Linien, Übergänge und Dynamik wollen aufs Feinste justiert sein. Immer wieder das Bemühen um Durchdringung („Versteht Ihr, was ich meine?“) bei gleichzeitig ökonomischster Probenarbeit. Schließlich heißt es „Braucht jemand noch etwas? Nein? Guten Appetit!“ und die Kollegen eilen zurück ins Hotel, ein Schnitzel essen und noch ein paar schwere Stellen üben. Die Orchesterwarte sind derweil schon wieder Richtung Saal unterwegs, um letzte Hand an den Aufbau zu legen. Sie sind die zumeist unsichtbaren Helden, denn erst durch ihre Arbeit kann der Abend zum Erfolg werden….

Wolfgang Hinzpeter

Die Karawane zieht weiter…

Februar 1, 2011

Erst allmählich setzt sich der Gedanke im Gehirn fest: Zum ersten Mal geben wir wie zu feudalen Zeiten ein „Privatkonzert“. Aber nicht etwa im kleinen Rahmen. Nein, gleich die ganze Staatskapelle wurde vom Herrscher des Emirats Katar eingeladen, um einen Abend musikalisch zu gestalten. Ich fühlte mich an den Klassiker „Asterix und Cleopatra“ erinnert, in welchem ein „intimes Abendessen für die Pharaonin mit nur vierzig Musikern und dreihundert Gästen“ anberaumt wurde.

Wie auch sonst die Maßstäbe des Möglichen sich mit einem Besuch am Persischen Golf deutlich verändern – gigantische Bauensembles (unter anderem ein „Cultural Village“ von den Ausmaßen einer Kleinstadt) und sogar ganze Inseln werden erschaffen, und überhaupt herrscht hier ein komplett anderes Verhältnis zu materiellen Dingen.

Aber zurück zum Kern: es kommt alles anders. Die bedrückenden Bilder aus Ägypten sind auf jedem Bildschirm zu sehen und vor diesem Hintergrund ist für den Emir ein unbeschwertes Auftreten in der Öffentlichkeit undenkbar. Also wird kurzerhand (sechs Stunden vor dem ersten Ton) komplett umgeplant und aus dem Privatkonzert wird ein öffentliches, es rollt ein ganzes Fernsehstudio an, um den Abend in der „katarischen ARD“ live zu senden. Spontanität ist erfrischend und hat auf dieser trockenen Halbinsel eben auch die monetären Voraussetzungen, um sich entfalten zu können.

Während der Aufführung rufen sich Berichte über die Konzertmatineen des 19. Jahrhunderts in Erinnerung. Es herrscht unbefangenes Kommen und Gehen, die mobile Kommunikation erlahmt nie und in der Loge der Regierenden wird deutlich gezeigt, dass die Arbeit zum Wohle des Volkes keine Pause erlaubt. Dagegen wirken die Töne des Krönungskonzertes von Mozart stellenweise etwas schüchtern. Dies ändert sich jedoch nach der Pause – eine kurze, so charmante wie deutliche Bitte des Maestros, gepaart mit der bezwingenden dynamischen Breite der 5. Sinfonie von Tschaikowsky lassen das Auditorium im nagelneuen Opernhaus (bei dessen Innenausstattung sogar an Getränkehalter in den Zuschauersitzen gedacht wurde) in teils atemloser Stille verharren.

Nach zwei Zugaben werden wir in den “winterlich” warmen Abend entlassen und da sind sie wieder, die Gerüche Arabiens in Gestalt vieler verschiedener Gerichte, die sich in einem ägyptischen Restaurant in unübersehbarer Anzahl auf den Tischen stapeln. Der vermeintliche Mangel an Alkohol fällt dabei wieder überhaupt nicht ins Gewicht.

Naja, und morgen zieht die Karawane weiter…

Christian Batzdorf


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