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31. Januar Geburtstag auf Reisen

Januar 31, 2010

Standing Ovations gestern in Birmingham. Ein tolles Konzert, nicht nur für die Zuhörer im Saal, sondern dank des Meisters Zugabe von Chopin auch für mich.

Aber der Tag war da noch lange nicht zu Ende: Nach 3-stündiger Anfahrt, Probe und Konzert ging es nun drei Stunden wieder zurück nach London. Und was ist des Paukers liebstes Kind nach einem anstrengenden Tag?!?

… ein Bier!

Ein Kollege feierte an diesem Abend in seinen 50. Geburtstag hinein, so dass ich gegen 0.45 Uhr mein heiß ersehntes Getränk in den Händen hielt… Der interessierte Leser wird sich vielleicht fragen, wo ein Orchestermusiker auf Reisen seinen Geburtstag feiert? Natürlich auf seinem Hotelzimmer! Da geht es dann zu wie im Bienenschwarm: Ein ständiges Kommen und Gehen, lustige Geschichten werden erzählt und natürlich musikalische Darbietungen erbracht – alles improvisiert, aber unkompliziert. Eigentlich das beste Mittel, um ein Orchester für den “Kampf” auf dem Podium zusammenzuschmieden.

Nach einer kurzen Nacht Frühstück um 10.00 Uhr. In einigen Gesichtern erkenne ich die Spuren des letzten Tages und der Nacht. Jetzt nur nicht in den Spiegel schauen und den einzigen Tag ohne Probe am Vormittag ruhig angehen…

Um 14.50 Uhr Feueralarm im Hotel! Ohrenbetäubender Lärm reißt mich von meiner Büroarbeit hoch. Ich laufe aus dem Zimmer und hoffe auf eine Übung – oder ist es vielleicht doch Ernst? Auf der Strasse angekommen, treffe ich einige Kollegen. Unser Konzertmeister kämpft sich zurück auf sein Zimmer, um seine Geige zu retten. Doch es war nur ein Fehlalarm, ausgelöst durch sich an der Glasinnenfront abseilende Fensterputzer.

Na, da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

Weitere Bilder gibt es hier!

28. Januar – Reisetag Berlin-London

Januar 28, 2010

0.30 Uhr irgendwo in Berlin

Bin gerade mit dem Packen meines Koffers fertig geworden. Und immer wieder die gleiche Frage – habe ich alles??

Konzertfrack und Paukenschlegel sind ja mit dem Instrumententransport per LKW unterwegs. Aber die kleinen Dinge fürs tägliche Leben, dazu Bürokram wie Dienst- und Hochschulplanung, Konzert- und Aushilfsplanung, Noten zum Studieren und immer die Ungewissheit über das zu erwartende Wetter. Bei diesem Wort fällt mein Blick aus dem Fenster – Schneetreiben und -10 Grad. Hoffentlich fahren die Flughafenbusse! Dann doch lieber eine halbe Stunde eher los.

11.00 Uhr Flughafen Tegel

Fahrt ging besser als erwartet, nur beim Check In erfahren wir, dass unser Flug 45 Minuten verspätet abfliegt. Also erst mal einen Kaffee und Gespräche mit Kollegen über die  Afghanistan-Konferenz und die ausgesprochene Terror-Warnung. Mit einem unsicheren Gefühl geht es dann 75 Minuten verspätet los. Gut, dass wir heute keine Probe mehr haben, da der Instrumententransport erst gegen 23 Uhr in London ankommt.


Abflug 14.00 Uhr

Bei der Staatskapelle reist der Chef noch mit seinen Angestellten: Daniel Barenboim sitzt mitten unter seinen 100 Musikern in der Holzklasse. Immer wieder eine Chance, kleine Fragen loszuwerden.

16.00 Uhr im Hotel

Auf der 30 minütigen Busfahrt vom Flughafen in die City muss ich an ein Gastspiel 1988 in London denken. Damals wurde bei den Tourneen gelegentlich am falschen Ende gespart und manche Kollegen hatten neben den winzigen Zimmern, in denen gerade noch ein Koffer Platz hatte, noch mit kleinen, grauen Mitbewohnern zu kämpfen. Seit dieser Zeit macht das Wort vom „Mäusehotel“ die Runde. Das bleibt uns heute aber erspart und ich bin über mein ruhiges Zimmer im Park Plaza Hotel sehr glücklich.

Sehen Sie hier alle Bilder vom Reisetag Berlin-London


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